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Monika Richarz (Editor)
Bürger auf Widerruf: Lebenszeugnisse deutscher Juden, 1780-1945.
Munich: Verlag C. H. Beck, 1989. First edition. 3406338569 609 pages.
Volume, measuring approximately 6" x 9.25", is bound in red paper spine and boards, with a black spine label with white and red lettering. Upper outside corner of front flyleaf and half title page has been excised. Book is otherwise in fine condition, with solid binding, clean and bright interior. Dust jacket is in fine condition. Jacket is preserved in mylar cover.
"Die Autoren dieses Buches - unbekannte Juden aus fünf Generationen - beschreiben jüdisches Leben in Deutschland vom Beginn der Emanzipation bis Entrechtung durch den Nationalsozialismus. Es entsteht so ein Uberblick uber zweihundert Jahre jüdischer Geschichte, der die Verkürzung auf die Zeit der NS-Verfolgung und auf Juden als bloße Opfer deutscher Politik vermeidet.
Die Verfasser kommen aus ganz unterschiedlichen Lebensreichen - sie sind Frauen und Manner, Landjuden und Großstadter, Hausierer und Fabrikanten, Rabbiner und Sozialisten, Akademiker und Künstler, assimilierte Juden und Ostjuden. Ihre Aufzeichnungen waren ursprünglich nur fur ihre Familien bestimmt und entstammen alle der Memoirensammlung im Archiv des Leo Baeck Institutes in New York.
Die alteren Erinnerungen zeigen den sozialen Aufstieg vom Ghetto ins deutsche Bürgertum auf dem Hintergrund der schrittweisen Emanzipation der Juden und ihrer wirtschaftlichen Integration in die entstehende Industriegesellschaft. Wesentlich ermöglicht wird dieser Aufstieg durch die außerordentliche kulturelle Assimilation an die Umwelt durch Erziehung und Bildung. Doch weder wirtschaftlicher Erfolg noch Bildung können die soziale Integration in die Gesamtgesellschaft bewirken. Der im Kaiserreich neu entflammte Antisemitismus last Juden immer Burger zweiter Klasse bleiben.
Im innerjüdischen Leben bringen sozialer Aufstieg und Urbanisierung starke Veränderungen in Familie, Gemeinde und religiöser Praxis mit sich. Unterschiedliche religiöse und politische Gruppierungen entstehen, die im Gemeindeleben miteinander rivalisieren. Die Verbürgerlichung bewirkt auch soziale Spannungen zu den aus Osteuropa einwandernden Juden, die meist der Unterschicht angehören. 
In der Weimarer Republik erreichen die Juden große kulturelle Erfolge, sind aber zunehmend wirtschaftlichen und politischen Gefahren ausgesetzt. Nach 1933 spiegeln die Erinnerungen die Reaktion auf den nationalsozialistischen Terror, beschreiben Selbsthilfeorganisationen und Emigrationsversuche. Die letzten Lebenszeugnisse berichten von Zwangsarbeit, Deportation und dem Untertauchen in die Illegalitat. Gerade diese Aufzeichnungen lassen den Kampf um menschliche Würde und Existenz erschütternd nachvollziehbar warden."
 

Bürger auf Widerruf: Lebenszeugnisse deutscher Juden, 1780-1945

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